Was ist ein Hütehund ohne Schafe??
.. das habe ich mich lange gefragt und bin zu dem Entschluss gekommen:
Eine rießen Sportskanone, die zwar ohne auskommt, aber MIT ein ganz anderer ist!
Deshalb habe ich es damals (2009) mit meiner Hündin Sooky das erste mal getestet.
Da sie zur Hälfte alte Deutsche Arbeitslinien hatte, konnte ich mir schon denken, das diese wolligen Tiere ihr Interesse weckten, doch Talent sieht anders aus und mit mir als blutiger Anfänger war das natürlich noch zehn mal schwerer :o)
Daraufhin habe ich das mit jedem meiner Hunde getestet, ausgebaut, regelmäßig trainiert, eigene Schafe angeschafft, wieder verkauft, eine Hütegemeinschaft bei Freunden gegründet wo wir uns einmal im Monat treffen und auch Seminare mit externen Trainern wahrnehmen.
Ein Aussie MUSS nicht hüten um glücklich zu sein, ich denke aber, das wenn diese Rasse dafür gezüchtet wurde, sie ihren Ursprung nicht verlieren sollte, vor allem Hunde die in die Zucht gehen und wenigstens einen Hüte-Instinkttest gemacht werden sollte, vorallem wenn man diese Rasse in ihrem Ursprung (dem Rassestandard) erhalten möchte!!
Alle meine Hunde dürfen sich in dieser Sparte behaupten, die einen eignen sich mehr und die anderen weniger gut, aber selbst die Toys (selfy mit 29cm) verschaffen sich mega respekt bei den großen Wolltieren und zeigen noch reichlich Hütetrieb.
Aussies sind jedoch so viel mehr als nur Hütehunde, sie sind perfekte Begleiter in allen Lebenslagen, sie sind fantastische Sporthunde, Therapiehunde, sie sind Lebensretter als Rettungshund und/oder Man- Pettrailer, sie sind perfekte Babysitter, Alarmanlagen, Beschützer und Seelentröster, denn sie haben die Gabe ganz tief in dein Herz zu sehen und dieses auch zu heilen, wenn man es zulässt.
Hütehund heißt nicht, das dieser alles hütet was sich schnell bewegt, meine Hunde hatten allesamt NIE den Drang Fahrräder oder Jogger oder gar Autos zu jagen/hüten. Natürlich reagieren sie auf schnelle Reize, aber da ist es VÖLLIG egal, ob der Aussie aus Show oder Arbeitslinien stammt.
Das Showlinien gemütlicher und ruhiger sind ist ein weit verbreiteter Irrglaube.
Ich finde sogar, das man sie schlechter führen kann, da ihre Bereitschaft und Auffassung für den Mensch zu Arbeiten über die letzten Jahrzehnte doch sehr auf der strecke blieben.
Von dem hohen Gewicht, dem dichten vielen Fell und den teils sehr losen Leftzen, hängenden Augenliedern und der eingeschränkten Mobilität rede ich jetzt gar nicht erst.
Der Working Aussie ist immer bereit alles für dich zu tun, er führt alles blitzschnell aus, doch so schnell er viel gutes lernt, so schnell lernt er auch viel blödes, deshalb sollte man ein erfahrener Hundeführer sein, wenn man sich für einen echten Aussie entscheidet.
Lassen wir den Aussie bleiben was er ist.. ein Hütehund!